Mittwoch, 11. Mai 2016

Über Tagebücher

Hallo meine lieben Leser,

ich möchte mit euch heute über den "Tagebuch"-Aspekt eines Blogs sprechen, welcher bei mir leider sehr zu kurz gekommen ist.

Ein Tagebuch ist ein Gespräch mit uns selbst. Dabei schreiben wir an unser zukünftiges Ich und dieses liest den Text, reflektiert und schreibt wiederum diese Erkenntnisse an sein zukünftiges Ich. Es hilft uns, Ordnung in unseren inneren Monolog zu bringen und hilft unserem Verstand beim Verarbeiten des Erlebten. Dabei muss es sich hier allerdings nicht um tiefgründige Ereignisse handeln, sondern oft verarbeiten wir auch durch das Einkleben eines Fotos unseres Haustiers, Essens oder einfach eines Stickers. Wir lernen, unser eigener bester Zuhörer zu sein und erzählen uns selbst die großen Veränderungen und kleinen Freuden. Wir lernen, unser bester Freund zu werden.

Ich selbst habe mit ca. 10 oder 11 angefangen, Tagebücher zu schreiben. Damals wurde ich inspiriert von der Nachbarin meiner Eltern, die mit einer ganzen Wand an Notiz- und Tagebüchern ihre Erinnerungen immer parat hatte. Sie hat mir damals gesagt, ich solle aufschreiben, was mich glücklich macht, damit ich mich später daran erinnern kann. Natürlich habe ich ihr nicht geglaubt, als sie meinte, man würde diese Erlebnisse sonst vergessen. Heute weiß ich es besser. Damals habe ich meine Sailor Moon und Pokémon Sticker zu meinen Texten geklebt und war richtig stolz auf meine Collagen. Später wurden es dann kleine Skizzen und viele viele viele ausgedruckte Bilder meiner Lieblingsbands. Mit ca. 17, als ich dann meinen zukünftigen Mann kennengelernt habe, wurden die Einträge weniger. Vermutlich, weil ich meinen Seelenpartner gefunden hatte und nun jemanden hatte, der mir zuhört. 

In meiner Abi- und Ausbildungszeit habe ich dann wieder angefangen, in winzig kleine A7 Notizbücher zu schreiben und skizzieren, allerdings auch nur sehr sporadisch. Vermutlich lag es daran, dass ich den täglichen Horror, der an beiden Orten auf mich gewartet hat, nicht auch noch auf Papier verewigen wollte. Im Nachhinein ist es sicher schade, dass ich mich an die einigen guten Momente kaum erinnern kann, allerdings bin ich auch froh, dass mein Gedächnis diese Jahre nun immer weiter ausgraut. 

Vor ca. zwei Jahren habe ich mir dann von Hahnemühle ein Schreib- und Skizzenbuch gekauft, weil ich mein altes Hobby wieder aufgreifen wollte. Allerdings hat mir das Papier nicht gefallen und ich habe schnell das Interesse verloren. Bis ich vor ca. einem Jahr dieses Buch wieder gefunden habe und mich dann dazu entschied, ihm eine Chance zu geben. Schnell habe ich Fotos gedruckt, Stempel und Sticker gekauft, farbiges Tape - das ich so noch nicht kannte - und viele Motivblöcke. Nachdem ich dann aus meinem "Social Media Urlaub" zurück war, lernte ich erst von der Künstlerin Dummesmaedchen, was das Tape war, das ich mir da gekauft hatte und habe mit Interesse ihre Journaling und Planer Videos verfolgt. Nach einigen Suchen auf YouTube und Instagram war ich zunächst begeistert, später dann allerdings schon wieder genervt, weil dieser Content wie Krokusse im Frühling sprieß. 

Ich habe im vergangenen Jahr (von Mai 2015 bis Mai 2016) weiter fleißig mein Tagebuch geführt und jetzt, wo es gefüllt war, saß ich hier mit gemischten Gefühlen. Ich hatte mich gerade daran gewöhnt und wollte jetzt nicht wieder komplett umsteigen. Ein neues Buch, neues Papier und wenn es mir nicht gefällt, habe ich wieder umsonst 10 € ausgegeben. Ich wollte etwas, was ich dauerhaft be- und auffüllen kann. Durch einige Planerblogs auf Tumblr und nicht zu letzt wieder Dummesmaedchen habe ich dann das Midori und die Hobonichis kennengelernt. Nachfüllbare Bücher, die schön und einigen Reviews zufolge qualitativ hochwertig sind. Ersteres habe ich mir nach einigem überlegen bestellt und es heute Abend aus dem Briefkasten gezogen. 

Die Bestellung für das Hobonichi habe gestern auch aufgegeben, also hoffe ich, dass es noch vor Juli hier ankommt. Ich habe mich für die A6 size entschieden und für die 2 Bücher für ein Jahr. Denn das wird sehr bald so aussehen wie mein Tagebuch und dann muss ich wieder Bücher unter meinen Arm legen, um überhaupt darin etwas aufzuschreiben. Ich weiß, ich habe oft genug erwähnt, wie sehr mich diese ganzen Tagebuch Posts nerven. Daran hat sich ein wenig geändert, nachdem ich - wieder einmal mit Dummesmaedchen - neulich geschrieben habe. Ich persönlich bin neugierig auf beide Formen des Tagebuchschreibens und möchte jetzt beide Varianten ausprobieren.

Ich werde euch nicht meine geschriebenen Einträge zeigen, weil das für mich sehr privat ist. Ich zeige auch niemandem meine dekorierten Filofax Einträge, weil das eben mein Planer ist für meine Arbeitsschichten, privaten Termine, To-Do Listen und Co. Alles, was ich früher eben so auf dem Schreibtisch verteilt oder an die Pinnwand geheftet war. Ich bin allerdings gerade dabei, für diesen Blog eine kleine Tour durch Fotos oder mMn schön gestaltete Motivpapierseiten oder sogar Skizzen zu planen. Diesen Trend werde ich vermutlich in Zukunft fortsetzen, sollte ich die Zeit dazu finden. 

Ich wollte das hier - nicht um mich zu rechtfertigen - einfach aufschreiben. Wer diesen Blog hier von ganz früher noch kennt oder sogar noch meinen privaten Sideblog, weiß, dass ich hier oft lange und persönliche Texte reingeschrieben habe. Diese Seite wurde dann zu einem "Kunst"-BestOf degradiert, allerdings möchte ich das wieder ändern. Vor allem, nachdem Katschusa nun auch wieder angefangen hat, regelmäßig zu bloggen und ich davon sehr begeistert war. 

Also werden hier demnächst exklusiv einige privatere Inhalte gepostet, wie und wie weit kann ich jetzt noch nicht einschätzen. Vielleicht ändert sich meine Meinung ja wie so oft. Denn schließlich ist doch nie etwas wirklich felsenfest im Leben, vor allem keine Meinung. Wir ändern uns ständig, unsere Erfahrungen und Eindrück können sich so schnell um 180° drehen. Wir werden nicht nur von unserem direkten Umfeld geprägt, sondern von so vielen Impressionen rund um den Globus. Vielleicht sage ich heute etwas und ändere schon morgen meine Meinung komplett. 

Ich danke euch, falls ihr bis hier durchgehalten habt und versabschiede mich jetzt bis zu einem nächsten Eintrag,